Hey, ihrs.
Also, gestern war ich dann auch mal weg. Und zwar mit einigen Austausch-und Wiederkommvomaustausch-Studenten, sprich, ausländischen Studenten, die hier studieren und amerikanischen Studenten, die gerade im Ausland gewesen. Wir sind ins Rock'n'Bowl gegangen, dessen Name die ganze Sache auch schon ziemlich gut beschreibt: da wird gerockt und gebowlt.
Ich war natürlich wieder früh, sprich, als ich am verabredeten Ort ankam, wo ein Shuttle warten sollte, war noch keiner da. Ich dachte, hier müsste doch eigentlich eine Schar völlig verschreckt aussehender Studenten rumstehen, die auf ein Shuttle warten, aber war keiner... hmmm, dachte ich, bin einmal um die ganze Kreuzung gelaufen, um auch ja nichts verpasst zu haben. Dann kamen aber eine Handvoll Studenten und dann unsere Mitfahrgelegenheit, die dann kein Shuttle war... naja, wir haben uns dann in zwei Autos gedrückt.
Andererseits hätte man das kurze Stück auch gehen können, aber mit meinem Orientierungssinn hätte ich mich da auch wieder verlaufen.
Dann haben wir also gebowlt - oh, und zu Essen gabs auch: Jambalaya und Rice'n'Beans und ein bisschen Grünes, damit es gesund aussieht, wir werden hier nämlich bei sämtlichen Gelegenheiten durchgefüttert. Ich war sehr schlecht, und wenn ich sage, sehr schlecht, dann meine ich, dass ich die erste Runde eindeutig verloren habe und bei der zweiten schon soweit im Rückstand lag, dass ich sie auch verloren hätte, wenn unsere Zeit nicht abgelaufen wäre... nun, im Großen und Ganzen kann man sagen, dass es bei diesem ersten Teil des Abends auch nicht wirklich ums Bowlen ging, sondern um soziale Kontakte knüpfen. Ich habe dann auch ein paar Leuten die Hand gedrückt und meinen Namen gesagt, aber ich kann mich rückwirkend kaum noch an Namen erinnern. Ich hoffe nur, dass ich zumindest die Leute erkenne, wenn ich sie irgendwann mal auf dem Campus sehen sollte...
Anywho, als wir dann mit bowlen durch waren, konnten wir uns endlich der Musik widmen, die gespielt wurde. Es war fantastisch, ich bin mir nicht sicher, wie die Richtung heißt, aber wer schon mal John Lee Hooker gehört hat, der hat eine Idee... es war Blues, natürlich, aber irgendwie auch anders, jedenfalls unheimlich gut und unheimlich tanzbar.
Wir haben also getanzt und ein bisschen was getrunken - ich hatte einen Red Bull und zwei More-Vodka-than-Orangejuice und dann hab ich ruhig gemacht und mich hingesetzt und geguckt.
Achtung, jetzt kommt der anthropologische Teil (und das mit der Farbe war ich nicht, das macht dieses dämliche Programm von alleine):
Menschen jeden Alters bis etwa 80 haben getanzt. Das war schon eine Überraschung, denn schließlich ist das eine Bowlingbahn, aber die Bowlingbahn ist so eingerichtet, dass es auch eine Bühne und eine große Tanzfläche gibt... am Anfang, als wir reinkamen, haben wir ein bisschen dumm geschaut, weil vorne so viel Platz war und die Bahnen soweit nach hinten gedrückt waren, aber als dann die ersten anfingen zu tanzen, machte es wieder Sinn...
Ich dachte so bei mir: das gibts in Deutschland nicht. Und das gibt es auch nicht. Erst mal das variable Alter an Bowlern und dann auch das Alter der Tänzer. Und viele waren da alleine und dann wurde sich als Frau einfach an den Rand der Tanzfläche gesetzt oder gestellt und dann kamen die Männer und die wurden aufgefordert. Es war ein bisschen Single-Börse, aber hier ging es, glaube ich, vor allem ums Tanzen. Es gab da einen Typen, ich würde mal sagen, schon jenseits der 70, der hat mit einiges Studentinnen aus unserer Gruppe getanzt, und der Mann war fit! Ich meine, der hat kaum ausgesetzt und der konnte gut tanzen und mit elan... ich war nach drei bis vier Songs völlig fertig, die Songs sind lang und man bewegt sich einfach unheimlich viel, weil es so rhythmisch ist... naja, und dann war da noch ein Typ (mit Cowboyhut)... Himmel, über den allein hätte man eine soziologische Studie schreiben können: Afro-Amerikaner, groß, muskulös, rotes Shirt, Jeans und ein rotes Taschentuch in seiner rechten hinteren Jeanstasche... und der hat dann mit jeder willigen Frau getanzt, die ihm so über den Weg lief, und glaubt mir, die Frauen waren willig. Sehr sexy, aber auch irgendwie sehr klischee. Ich meine, erstmal das Cowboy-Outfit und dann natürlich auch das Klischee des schwarzen Hengstes sehr wirkungsvoll in Szene gesetzt. Der ist bestimmt nicht allein nach Hause gegangen, wenn er es nicht wollte.
Anyhow, auch der unterhaltsamste Abend geht mal zu Ende. Cathi war dann noch so nett und hat mit mir auf mein Streetcar gewartet (danke dir!) und dann gings die ganze St. Charles runter Richtung heim... und ich sag euch, egal, bei welcher Tageszeit, die St. Charles mit dem Streetcar ist immer sehenswert...
Ich hatte Spaß.
Bis zum nächsten Mal, wenn es wieder heißt...
10/02/2009
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