Yip, jetzt bin ich fast eine Woche hier und es ist wirklich toll. Das Wetter ist recht gut (es gibt Leute, die würden sagen, dass es sehr gut ist, aber ich war ja noch nie ein Sonnen-Anbeter), ich komme besser mit der Hitze klar, als ich gedacht habe. Und das ist etwas Gutes. Air-conditioning ist ein bisschen anstrengend, aber man ist doch froh, dass es sie gibt. Morgen gibt es im Hostel eine Katrina-Party. Ich kann kaum glauben, dass das schon vier Jahre her ist. Aber man merkt es den Leuten hier an, es ist ein großes Trauma und immer noch Thema - auch im Straßenverkehr, denn hier wird immer noch gebaut.
Ich fahre eigentlich täglich mit dem Streetcar und es ist ziemlich cool, die St. Charles Ave. runter zu fahren und sich die ganzen Mansions - Häuser ist einfach ein zu billiges Wort - anzugucken. Aber man ist sich irgendwie auch bewusst, dass die Klassenunterschiede hier Rassenunterschiede sind. Die meisten Leute, die du arbeiten siehst, sind Afro-Amerikaner, denn die arbeiten hier zumeist im Service. Weiße arbeiten vermutlich auch, aber wahrscheinlich hauptsächlich in ihren vollklimatisierten Büros. Das selbe gilt für Tulane selbst: die meisten Afro-Amerikaner auf dem Campus sind keine Studenten, sondern die Leute, die in der Mensa, dem Bookstore usw. arbeiten. Die Besitzerin des Hostels meint, dass Tulane eine rassistische Institution ist und ich kann ihr da nicht wirklich widersprechen - die Frau lebt schließlich schon dreißig Jahre hier in N.O. Das bedrügt mich ein bisschen... es ist nicht so, dass ich damit nicht gerechnet habe, es ist nur traurig zu beobachten im alltäglichen Leben. Und es fällt mir noch wesentlich konkreter auf, weil ich nicht auf dem Campus lebe.
Soweit zu meinen anthropologischen oder soziologischen Beobachtungen.
Ich habe noch zwei weiter Kurse, die ich euch nicht vorenthalten will: Women and Gender in Civil War und Gender, Realism, and Regionalism in late-19th-century American Literature. Sprich, Gender-Kurse all around, außer Literary New Orleans. Aber ist gut so. Das bedeutet natürlich auch, dass ich nur sehr wenige männliche Kommolitonen habe, vier, um genau zu sein. Ist schon lustig, aber auch ärgerlich, wenn man darüber nachdenkt, was es bedeutet, nämlich, dass Männer sich über Gender-Probleme keine große Sorgen machen, womit die ganze Diskussion so ziemlich überflüssig wird, denn wir Frauen wissen schließlich alle, wie schlecht wir es haben. Sprich, im Grunde können wir da nur sitzen und uns gegenseitig recht geben... wir machen allerdings einen Blog in unserem Gender-Kurs. Für die Interessierten werde ich demnächst mal den Link posten. Das ist schon eine coole Idee...
Soweit für heute... es soll noch regnen, heute. Hoffentlich, denn heute war es eher stickig...
Drück euch.
8/28/2009
Subscribe to:
Post Comments (Atom)

No comments:
Post a Comment