Hey, ihr Lieben.
Ich habe heute Postkarten geschrieben (einige von euch werden keine bekommen, sorry, aber ich hatte nur so viele Adressen parat...) und habe natürlich angefangen, darüber nachzudenken, was ich hier so schön finde und das hat mich natürlich nostalgisch gemacht, denn wie einige von euch wissen, ich bin sentimental. Aber eigentlich nur, so lange es passiert, wenn es vorbei ist, ist es halt vorbei.
Nun, für die jenigen, denen ich keine Postkarte geschickt habe, und auch die, die eine bekommen werden... das kann allerdings noch etwas dauern, habe ich hier ein paar Postkarten-Momente für euch, und ein paar Dinge, die ich so noch erinnere und die ich (vielleicht) noch nicht preisgegeben habe...
Das erste, was ich auf amerikanischem Boden gekauft habe, war eine O,5 l Cola (tatsächlich ist das hier eine 591 ml. Flasche oder 20 FL OZ, was immer das bedeutet). Das zweite war ein Cheeseburger von McD. - und das überrascht mich kein bisschen (ich bin gespannt, was das letzte sein wird, was ich hier kaufe... ne Cola und n Cheeseburger, vielleicht?).
Ich habe eine Menge Dinge missverstanden. Eine der Verkäuferinnen bei Subway spricht jetzt noch immer extra laut für mich, weil ich ihr bei meinem ersten Besuch weiß gemacht habe, dass ich ein bisschen schwerhörig bin - weil ich ihren Akzent so schlecht verstanden habe und sie alles wiederholen musste. *g* Das ist ein bisschen peinlich, aber ich hatte tatsächlich ein paar Probleme mit dem Akzent, oder dem Genuschel, das einige für einen Akzent ausgeben. Genuschel versteht man, glaube ich, nur in seiner eigenen Sprache. Und wo wir gerade bei Fast-Food waren: ich habe letztens bei Popeye's gegessen (oder mir was von dort mit nach Hause genommen). Popeye's ist die lokale Fast-Food-Kette und das Essen ist nicht mal schlecht. Ich mag, dass Cajun-Küche spicy ist. Wenn ich wiederkomme, werde ich immer im Restaurant essen, ich habe das Gefühl, dass man hier wirklich gut essen kann, wenn man nicht selbst dafür einkaufen muss.
Wobei wir beim Einkaufen wären. Ich denke, Amis haben es wirklich schwer, einzukaufen. Nachdem ich jetzt das Gefühl des Überwältigtseins des ersten Mals abgelegt habe, fällt mir immer mehr auf, wie dieses Sammelsurium an Waren aufgebaut ist und dass man kaum eine Wahl hat, als an irgendeiner Stelle "ungesund" einzukaufen. Die haben hier zum Beispiel nicht nur eine Regalreihe mit Süssigkeiten, je nach Süssigkeit findest du den Kram nämlich überall... Natürlich gibt es die Regale mit Schokolade und Weingummi und Krams, aber dann sind die Chips schon wieder an einem ganz anderen Ende. Und je nach Jahreszeit sind dann noch immer riesige Stände mit Saison-Süßigkeiten aufgebaut. Das ist wirklich übel, hier. Obst und Gemüse ist eher eine kleine Abteilung und direkt gegenüber von den Torten und Kuchen (das ist natürlich nur das lokale Beispiel von Walmart, aber so ist das hier wirklich...). Einkaufen ist ein Job für echte Könner und ich bin schon nicht gut darin in D.
Immer, wenn ich gern mehr Fotos gemacht hätte, ging mir der Film aus. Traurig aber wahr. Ich muss sagen, dass ich die Kamera, die ich hier habe, sehr gern mag (danke, Joachim, sie ist sehr gut und immer noch heil). Aber ich sehe auch den Vorteil einer Digi-Cam. Das gute hier war, dass ich anderen Leuten nicht die Bilder zeigen musste, die ich gemacht habe... ich glaube, das frustriert einige wirklich, nicht sehen zu können, wie sie auf Fotos aussehen... irrsinnig, eigentlich. Ich habe mir heute doch noch mal ein paar Filme gekauft. Mal sehen, was ich morgen noch verknipst kriege. Und dann ist da ja immer noch der Rückweg. Vielleicht werde ich ein paar Fotos auf den Flughäfen machen...
Ich habe ein paar wirklich schöne Tage und Abende hier verbracht. Das Wetter hier ist echt verrückt, aber wenn man den perfekten Abend erwischt, einfach spazieren zu gehen, oder auf einer Front-Porch zu sitzen, dann ist es aber auch wirklich perfekt. Heute war zum Beispiel ein richtig schöner Tag und ich habe meine Zeit auf dem LaFayette Cemetery No. 1 wirklich genossen. Ich habe mir heute also Gräber angesehen - wobei das nicht wirklich Gräber sind sondern "Tombs", da man hier in NOLA ja nicht tief buddeln kann... bei jedem Regenguss würden sonst die Gebeine aller Leute wieder aufgeschwemmt werden. Also gibt es Tombs und LaFayette No. 1 ist ein alter Friedhof auf dem hauptsächlich Deutsche und Iren liegen. Viele deutsche Namen über den Tombs. Kaiser, Koenig, Scheib, und sogar ein Müller mit ü.
Mir ist aufgefallen, dass man gegen Ende des Semesters viel leichter miteinander ins Gespräch gekommen ist als am Anfang. Dass es am Ende tatsächlich ein Bedürfnis gab, einander kennenzulernen. Am Anfang saß man vor Vorlesungsbeginn einfach rum und sah auf seine Notizen und am Ende fing man einfach an zu quatschen. Es war irgendwie noch immer peinlich belegt, aber die Peinlichkeit kam am Ende, glaube ich, daher, dass man 15 Wochen lang 3 Stunden in einem Raum saß und am Ende nichts voneinander wusste. Vom reinen Zusehen würde ich sagen, dass sich sehr wenig Freundschaften innerhalb der Kurse gebildet haben. Ich glaube, die meisten Freundschaften entstanden im Wohnheim, seinem persönlichen Umfeld, im Sport oder in der Verbindung... nur so ein Gefühl.
Ich glaube, den schönsten Abend habe ich im Hostel verbracht, mein letzter Abend, an dem ich mit Francine "Out of Africa" geguckt habe. Das war das erste Mal, dass ich den tatsächlich ganz geguckt habe. Dabei habe ich zum ersten Mal gesalzenes Popcorn gegessen (was wirklich nicht meins ist), und mich richtig gut amüsiert. Es war irgendwie... real. Sprich, ich werde es irgendwann mal in eine Geschichte packen und es wird furchtbar aufgesetzt wirken. Aber in dem Moment war es - perfekt!
Ich weiß noch, wie verwirrt ich war, als ich das erste Mal auf der Straße von einem Fremden gegrüßt wurde, einfach so. Ich dachte, der hätte mich verwechselt, aber das tun die Leute hier einfach. Oder, wenn eine der Wachfrauen unten so was gesagt hat, wie "Take care, Babe." Und du denkst, "Babe? Sehe ich etwa aus wie ein..." Aber das gehört hier unten zum Charme dazu. Wenn dich jemand Sweety nennt, dann ist das halt so. Die Amis lieben ihre Spitznamen und nach ner Weile ist es einfach cool. Und du grüßt zurück.
Unsere Busfahrerin. Die war ein echtes Original. Ich meine, wir kennen ja die Europäer mit ihren Ansichten über Pünktlichkeit. Aber die Leute hier scheren sich da wenig drum, und unsere Busfahrerin, die fuhr dann einfach mal rechts ran und unterhielt sich ein paar Minuten mit jemandem, den sie kannte. Einige waren darüber gar nicht begeistert, aber ich muss sagen, die Frau war klasse! Sie hat sich manchmal einfach mit Leuten unterhalten und dann habe ich manchmal ein bisschen zugehört. Ursprünglich war sie aus Kansas, was sie wohl gehasst hat. Irgendwann hat sie in Florida einen Schulbus gefahren, aber ein Schülerin hat sie tatsächlich mal geschlagen und dann musste sie durch das Drama durch mit den Eltern. Die wollten, dass das Mädchen nur etwa eine Woche nicht mit dem Bus fahren durfte, unsere Busfahrerin wollte aber mindestens drei Monate, plus Suspension vom Unterricht für eine Woche. Die sind ihr nicht entgegen gekommen, also hat sie gekündigt... feisty, that one. Wie gesagt, ich mochte sie gern.
Insgesamt muss ich wirklich sagen, dass die Leute hier sehr nett sind, wenn du nett zu ihnen bist. Du wirst nicht einfach blöd angemacht, zumindest ist mir das nicht passiert, während es mir in D. immer wieder passiert. Und ich glaube auch, dass Leute, "die es geschafft haben," eher bereit sind, dir zu helfen als in D. Es ist hier auch eher üblich, dass Geschriebenes mal publiziert wird, für alle Möglichen Zeitschriften, oder Publikationen. Auch die Sachen von Undergraduates. In D. schreibt man für den Papierkorb, was schade ist.
Was mir nicht gefallen hat, habe ich, glaube ich, zeitgleich geschrieben, so dass mir im Moment nichts einfällt außer das Essen, die viele Arbeit und dass ich zu wenig Zeit hatte, mir alles anzugucken. Ich hoffe, ich habe morgen noch ein bisschen Zeit, aber eigentlich habe ich zu viel zu tun mit Aufräumen und Packen.
Well, das nächste Mal dann wohl wieder aus D, oder von Unterwegs. Mal gucken, wie ich Internet habe.
Drück euch...
12/18/2009
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